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Meine Arbeit oder mein Versuch, zu arbeiten


Worüber ich noch nahezu gar nichts geschrieben habe, ist meine eigentliche Tätigkeit hier:

viermal die Woche für 1,5 Stunden biete ich für acht-,neun-,zehnjährige Schüler „ecole soutien“, Zusatzunterricht für Französisch an.

Das Niveau der Schüler habe ich allerdings grob unterschätzt. Somit kann ich fast alles, was ich an Materialien mitgebracht habe, vergessen – an Konjugationen von Verben ist wirklich nicht zu denken!

Gleichzeitig habe ich auch nicht bedacht, dass die Schrift auch Probleme bereitet. Denn natürlich lernen die Schüler auch erst das europäische Alphabet – viele Arbeitsaufträge kann ich dann einfach nicht geben.

Gleichzeitig VERSTEHE ICH KINDER EINFACH NICHT! In Englang 2009 habe ich ein paar wenige, sehr unbefriedigende Wochen im Bereich Kinderbetreuung gearbeitet, bis ich diesen Bereich verlassen durfte. Ich habe keine Erfahrung im Umgang mit Kindern und keine Kenntnisse von ihrem Denken: beispielsweise versuche ich, in kleinen Gruppen Begriffe zu lesen, zu verstehen und die Objekte im Klassenzimmer finden zu lassen. Trotz anwesendem Übersetzer entwickelt sich daraus keine Gruppenarbeit, sondern jeder schnappt sich einen Zettel und ich muss dann schlichten, wenn in einer 6er Gruppe, die fünf Begriffe erarbeiten sollen, einer keinen eigenen Zettel kriegt. Grrrrrrrrr. Oder ich werde nach 10 Sekunden, nachdem ich den Arbeitsauftrag gegeben habe, angebettelt nach Hilfe, anstatt dass der Schüler sich an die Gruppe wendet. Grrrrrr.


Mir wurde gesagt, marokkanische Kinder sind sehr, sehr schlimm. Ich kann das natürlich nicht sagen, aber Mustapha ist selbst Grundschullehrer und weiß von was er spricht. Klapse, leichte Schläge sind normal. Meine Kollegen (auch die in meinem Alter) wurden früher sehr viel geschlagen (mit dem Stock auf die Fingerspitzen etc) – offiziell ist Schlagen seit einigen Jahren verboten.


Mein Kollege verteilt mittlerweile Klapse – was oftmals eher zur Belustigung führt und nur für kurze Zeit für Ruhe von Seiten des Betroffenen. Ich selbst habe keine Intervention, außer den Raum zu verlassen oder mich an den Schreibtisch zu setzten und die Arbeit zu unterbrechen. Aber auch das funktioniert nicht wirklich.


Meine Arbeit ist manchmal etwas unbefriedigend, denn die Schüler lernen sehr langsam und der Unterricht ist immer sehr laut und ich weiß nicht immer, wie ich es anstellen soll, Arbeitsaufträge zu vergeben. Ich zeige euch mal ein paar Versuche:


  • Photos und die mit Pfeil gekennzeichneten Begriffe suchen

  • Körperteile einer Katze an der Tafel erarbeiten und abschreiben lassen

  • Tiere im Buchstabenquadrat finden

  • Exe: die Namen der Tiere im unteren Teil ausmachen und dann dem Tier zuordnen

 

 

Gestern habe ich diesen Zettel in die Hand gedrückt bekommen: eine Liebeserklärung (Ich liebe dich Karulin). Eine Heiratsanfrage von dem achtjährigen Abdul hat mir mein Kollege auch schon übermittelt. Und überhaupt: wie ich am Ende jeder Einheit abgebusselt werde, ist allerallerallerliebst!


12.11.14 12:28
 


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