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Bs7wra7a

Noch ein Eintrag über die arabische Sprache und ihre Besonderheiten. Schon vor einem Jahr habe ich eines meiner ersten arabischen Worte gelernt: „Alafdak“ - möge Gott dich beschützen. Damals hatte ich zwei junge Begleiter, die mir sehr schöne, untouristische Ecken gezeigt haben und denen ich einen sehr authentischen Blick auf Marokko zu verdanken habe. Dazu zählen stundenlang im „Jardin Menara“ vielen anderen Jungs und jungen Männern beim Musikmachen (teils mit traditionellen, simplen Instrumenten, mit Klatschen und natürlich mit Singen) zuzuhören, in siffigen Imbissen „Chobsa Meschnuna“ (verrücktes Brot, ein Fladensandwick mit u.a. Kartoffeln, Ei, Käse uvw) zu essen, Tee wie die Einheimischen zu trinken und und und

Ich wurde aufmerksam auf ein immer wiederkehrendes Wort, dass in ihren Dialogen miteinander oder mit anderen auftauchte: „Alafdak“.


Sehr besonders an der arabische Sprache sind die religiösen Einflüsse – Parolen, die mit Allah/Gott zu tun haben, durchziehen die Alltagssprache: das beginnt bei einer normalen Begrüßung und der Frage nach dem Befinden: „Labas Allik?“ - „Ana labas, alhemdulilah“ - Geht es dir gut? - Mir geht es gut, Gott sei Dank. (Mein Header titelt übrigens: Keep saying alhemdulilah)

Es geht weiter mit jedem Wort über die Zukunft, seien es Treffen, Wetter o.a.: „Enchufk rdda, inchallah“ - Ich sehe dich morgen, so Gott will. „Rdda kayn chda, inchallah“- morgen gibt es Regen, so Gott will. „Alafdak“ ist ebenso in der Alltagssprache fest verankert: Bei der Verabschiedung oder auf eine Bitte folgend „Afak etini stylo, alafdak“ - Bitte gib mir den Stift, Gott schütze dich.


Außerhalb Alltagsdialoge, aber dennoch im Alltag bleiben Parolen, die mit Gott zu tun haben, bestehen: eine der ersten Parolen, die ich kennengelernt habe, war: „Bismilah“ - Im Namen Gottes. Dies habe ich kennengelernt, als Parole vor dem Essen und Trinken: vor dem ersten Schluck und vor dem ersten Bissen soll „Bismilah“ den Teufel verjagen.

Ein Jahr später, hier in O., habe ich weitere Verwendungen kennengelernt: beim Betreten eines Hauses erfolgt/kann erfolgen: „Bismilah“ - wie ich mir denke, aus dem gleichen Grund, wie „Bismilah“ vor dem Essen – um den Teufel zu vertreiben. Diese Woche habe ich es auch gehört, als unser Fahrer in sein Auto gestiegen ist: „Bismilah“ - dies kann entweder sein, um den Teufel aus dem Inneren des Autos zu vertreiben, kann aber auch der Danksagung dienen: denn beim Besteigen eines Esels oder eines Pferdes kann man sagen „Bismilah“ oder gar „Bismilah, alhemdulilah“ - denn Gott hat die Tiere und ihre Kräfte und ihren Nutzen erschaffen.


Nicht ganz in den Gotteskontext fällt die Parole: „Bs7wra7a“. Dennoch will ich diese auch noch erwähnen – die Verwendung habe ich erst hier in O. Gelernt. „Bs7wra7a“ bedeutet soviel wie „mit Gesundheit und Ruhe“. Die Verwendung ist sehr, sehr vielfältig: „Bs7wra7a“ kann eine Mahlzeit einleiten, ähnlich dem „Guten Appetit“-Bs7tek, Bs7tikum, „Bs7wra7a“ kann die Mahlzeit aber auch abschließen. Jetzt wird es richtig lustig: nach einem Neukauf (Kleidung, Lebensmittel, Postkarten) wünscht man dem Käufer ebenfalls: „Bs7wra7a“ - dies spricht schon der Verkäufer aus, aber auch Freunde, Bekannte, die beispielsweise sehen, dass jemand ein neues Kleidungsstück trägt. „Bs7wra7a“ wird einem aber auch nach dem Sport gewünscht. Auch nach der Dusche oder nach dem Hamam. Kürzlich war ich zum ersten Mal bei einem Friseur (gar nicht mal so leicht, einen Friseur für Frauen zu finden) und danach wurde mir von sowohl Friseuse als auch Kollegen „Bs7wra7a“ gewünscht. Mein Kollege kam frisch rasiert, da habe auch ich ihm „Bs7wra7a“ gewünscht. Um einen schönen Bogen zu schlagen zu dem Gottesparolen, die ich zuvor verwendet habe – die Erwiderung auf „Bs7wra7a“ ist „Allah jadik s7a“ - Gott gebe dir Gesundheit!


Vielleicht würde man mir auch jetzt, nach erfolgtem Abschluss dieses Beitrages wünschen: „Bs7wra7a“

8.11.14 14:48
 


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