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Die Zeit in Marokko geht zu Ende. Die Geduld auch.


Es hat nur zehn Wochen gedauert und ich habe schon einen leichten Marokko-Koller.

Bisher haben mir ein paar sehr oberflächliche Kleinigkeiten gefehlt..meine Kleidung zu Hause. Brot, Kässpätzle. Das sind Sachen, die fehlen zwar, aber immer nur sehr kurze Augenblicke lang. All diese Dinge werden ausgeglichen durch die vielen guten Dinge, ja, die besseren Dinge!


Viele Dinge bedürfen einfach auch nur der Gewöhnung. Manche fettigen Speisen zum Beispiel. Immer der Ausländer, naesaria, zu sein. Woran ich mich aber noch nicht gewöhnt habe ist die für mich viel zu große Diskrepanz zwischen Aussage und Wirklichkeit.

Bei den Kleinigkeiten, die nicht groß tangieren, mag das ja lustig sein. So Spaße ich hier mit Dillan, dem Amerikaner und anderen regelmässig über die "marokkanischen 5-Minuten". Wir fragen immer nach: marokkanische fünf Minuten oder westliche/europäische 5-Minuten. Auch bei meinen Rendez-vous muss ich regelmässig schmunzeln darüber, wie deutsch ich tatsächlich bin. Immer bin ich auf die Minute genau erschienen. Und habe dann gewartet. "Tout de suit", sofort war erst am Wochenende wieder eine knappe Stunde. Mittlerweile nehme ich die Uhr bei Verabredungen auch nicht mehr so genau. Manchmal schaffe ich es sogar, nicht in Zeiteinheiten zu denken. Zur Schule erscheine ich nicht mehr 10 Minuten zu früh, sondern auf die Minute oder sogar zwei Minuten später (im Höchstfall- da überwiegt die deutsche Zuverlässigkeit halt doch).

Aber das klappt nicht immer. Immer noch mache ich den "Fehler", die Aussagen oft - typisch deutsch - wörtlich zu nehmen. Und falle dann arg auf die Schnautze und komme nahe an einen Nervenzusammenbruch.


Ich möchte von meiner Odysee erzählen, meine Odysee über die nicht mal 200 km Strecke zwischen Ourzazate und Marrakech. Dienstag Nachmittag wurde ich am CTM-Bahnhof mit der Nachricht überrascht, dass eine Streckensperrung ab Mittwoch geplant sei. Diese sollte ganze fünf Tage dauern. Ich hatte meine Anfahrt am Mittwoch oder am Donnerstag geplant, denn Emi würde am Donnerstag in Marrakech landen. Eine Streckensperrung der direkten Route bedeutet aber einen großen Umweg - wohin genau, weiß ich nicht. Grob in die Richtung nach Agadir. Ich musste also am Dienstag reisen um mir Unannehmlichkeiten zu ersparen. Leider hatte ich Schule bis 20 Uhr und das Busunternehmen CTM fährt zuletzt nachmittags. Das hieß für mich, mit einem anderen Busunternehmen zu reisen. Davon wurde mir immer wieder und immer wieder abgeraten. Ich selbst kenne mittlerweile den Vergleich: aus Unwissenheit bin ich die Strecke O-M über den Atlas schon zweimal in einem potentiellen Todesbus gefahren. Ohne Fahrplan, ohne Klimaanlage, ohne gut ausgebildete, noch gut bezahlte Busfahrer. Das gleiche erwartete mich also auch am Dienstag.

Richtig dumm war es nur, dass nach nicht einmal einer Stunde im potentiellen Todesbus klar war: die Strecke ist doch schon gesperrt...

Was dann folgte war einfach nur schrecklich. Nach ein paar Telefonaten hatte ich verschiedene Aussagen, wie lange die alternative Strecke dauern wurde. Vier Stunden, sagt mein Kollege. Ankunft vlt so gegen zwei oder drei Uhr nachts, sagt Faical. Ich frage den Busfahrer, der das extra Geld für die Extra-Strecke einsammelt (da ist man ja korrekt). Und der zeigt mit dem Zeigefinger gen Himmel und will mir damit sagen, dass nur Allah das weiß. Aber vielleicht so gegen 6 Uhr morgens.

Ich habe mir eins vorgenommen: NIE MEHR HÖRE ICH AUF DIE AUSSAGEN MEINER MAROKKANISCHEN FREUNDE. Das die Strecke vier Stunden dauert, habe ich sowieso noch geglaubt. Ankunft um 2 habe ich ein bisschen geglaubt. Tatsächlich kam ich dann aber um 5:30 Uhr an!!!!!! Was mich am meisten in innere Unruhe stürzt, ist nicht zu wissen, wann, wie lang und überhaupt. Die Straßenschilder zeigen keine Kilometer an, oder jedenfalls nur jedes zehnte Schild. Ab 2 Uhr nachts habe ich erwartet, Marrakech erahnen zu können. Und wurde zwei Stunden lang enttäuscht und frustriert.

__________________________


Meine schlimmste Busfahrt, konstatierte ich. Aber es wurde noch schlimmer.

Nach Auskunft von CTM sollte die Strecke ab Montag wieder befahrbar sein. Inchallah.

Am Montag kam dann die Auskunft: keine Busse fahren, die Strecke bleibt gesperrt. Wie lang? Unklar. Aber vielleicht weiß es ja Allah. Mich erwartet aber meine eigentliche letzte Schulwoche in Ourzazate. Ich musste nach Ourzazate. Und wieder hieß es: ein Todesbusunternehmen wählen, welches das Risiko eingeht, einen Umweg zu fahren, über eine Strecke, die über lange Strecken nur 30 kmH zulässt aufgrund von nicht einmal asphaltierten Wegen im Nichts.

Den Unterricht für Montag konnte ich erst mal vergessen: ein Busunternehmen würde um 13 Uhr (marokkanische Zeit) abfahren. Ich rechnete mit 8 Stunden, so wie bei der Herfahrt. Ich hoffte sogar auf vielleicht sieben Stunden, denn bei der Herfahrt kam es an der STreckensperrung zu einer Verzögerung und einmal hat sich der Fahrer auch verfahren und wir mussten umständlich wenden und wieder zurückfahren.

DAS WAR MEIN GRÖSSTER FEHLER. Wieder erwartete mich eine Höllen-Busfahrt. Viel zu enge Gänge, kein Platz blieb frei, dafür war Fahrpreis ordentlich erhöht - wohl als Gefahrenzulage für die Fahrer. Um 18 Uhr fragte ich meinen Nachbar, ob er weiß, wie lange es noch dauert. Vielleicht noch 200 Kilometer, meinte er. Und dass wir so gegen 23 Uhr ankommen sollte. Ich fragte mich, was das für eine Rechnung sei. 200 Km und fünf Stunden???

Ich beschloß, ihm nicht zu glauben. Das war schon frustierend für mich, denn 200 km, das hieß mindestens weitere drei Stunden. Um 19 passierten wir eine kleine Stadt namens Tarodante. Ich schrieb Faical eine Sms und fragte, wieviele Kilometer zwischen Tarodant und O. lägen. 140 Kilometer,meint er. Ich hoffte weiterhin auf Ankunftzszeit gegen 22 Uhr, wenn nicht sogar 21 Uhr. Ich könnte duschen, noch etwas kochen und dann schlafen gehen.


Während der Busfahrt habe ich jede Emotion durchgemacht. Ich war wütend zwischendurch, wütend auf diese dumm gelegene Stadt Ourzazte, wütend, dass ich mich verpflichtet fühle, diese Strecke auf mich zu nehmen für meinen kümmerlichen Unterricht, wütend über die falschen Aussagen bezüglich der Sperrung, wütend auf marokkanische Arbeitsweise. Dann war ich wieder einigermaßen zufrieden, es gab eine Pause, ich konnte Pipi in ein Loch machen, essen und rauchen. Dann später war ich einfach nur schockiert und nahe daran, zu weinen: wir machten eine weitere Pause gegen 22 Uhr. Das Dorf kannte ich. Ich hatte es bei der Hinfahrt gesehen. Wir machten dort Pause um 1 Uhr nachts. Das hieß, auf dem Herweg waren wir schon vier Stunden unterwegs.....ich musste also nocheinmal mit drei Stunden rechnen. Mindestens.

Und dennoch die Hoffnung: vlt gehts ja doch schneller. Um 23: 30 passierten wir ein kleines Dorf und einige der Fahrgäste stiegen aus. Es konnte doch nicht mehr weit sein. Wir verließen das Dorf. Und wieder fuhren wir ins Nichts. Keine Straßenbeleuchtung, keine Schilder. Nicht einmal durchgehend asphaltiert. Das linke Hinterrad machte seit der Abfahrt röchelnde Geräusche, über die ich am Anfang noch mit anderen gelacht habe. Dann fuhren wir wieder ins Nichts und ich sah nicht einmal in weiter Ferne Lichter, die irgendwie eine Stadt oder gar O. angedeutet hätten. Dann ging es wieder in schmalen Serpentinen und mit 20 kmH Maximum Gebirge hoch und die Geräusche des Rades waren nicht mehr so lustig. Um Mitternacht habe ich dann geweint. Ein bisschen. Ich dachte wirklich, wir kommen nicht mehr an. Seit Stunden habe ich wieder erwartet, anzukommen. Stattdessen wurde ich immer wieder enttäuscht und der Mangel an Straßenschildern oder gar Straßen ließ mich in quälender Unwissenheit....schrecklich.


Ich kam um kurz vor 1 Uhr an. Hemdulah. Ich will nicht wissen, ob ich bis nächste Woche damit rechnen kann, aus O. wieder herauszukommern. Ob ich in meinen letzten zwei Wochen Marokko noch einmal so eine Busfahrt machen will, weiß ich nicht. Meine strapazierten Nerven müssen sich erstmal erholen. Und die sind tatsächlich strapaziert. Ich schreibe diesen Eintrag leicht wütend im 2. Stammcafé. Ich hatte auf Wifi gehofft, um endlich mal wieder emails lesen zu können. Und das Internet funktioniert nicht. Soll aber gleich repariert werden. Inchallah.

9.12.14 13:21


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Sonnige Tage, kalte Nächte

 

Die Sonne lacht und im Gegensatz zu gestern kann ich das heute auch genießen! Voilà, Terasse des Stammcafés et voilà: so beschäftige ich mich die letzten Tage: English pauken, und zwar schreiben,sprechen,verstehen und lesen.

Halt moment - warum English?

Eigentlich war mein Ziel ja, Französisch und Arabisch zu lernen. Ich habe mich aber mehr oder weniger spontan entschieden, in Marrakech noch den TOEFL- Sprachtest zu absolvieren. Es gibt einige Gründe...u.a. ist der Test hier zwar noch immer teuer, aber dennoch günstiger als ich Deutschland. Außerdem habe ich das Gefühl, dass Arabisch und Französisch gerade beide gleichermaßen stagnieren. Die meiste Zeit verbringe ich mit Leuten, die nicht perfekt Französisch sprechen. Arabisch sprechen alle natürlich gut, aber meine Motivation, mir Grammatik selbst abzuleiten ist auch wieder enorm abgeflaut. Und bei meinen Begegnungen habe ich oft das Gefühl, dass Marokkaner ihre Sprache nicht so gut erklären können. Das liegt nicht an der Nationalität, sondenr vielmehr mehr daran, dass Marokkaner viele Sprache "einfach so" lernen. Schulfranzösisch genießen hier viele nicht, die Motivation kommt dann erst später. 

Ich hingegen brauche für alles eine gute didaktische Basis von außen. Ich brauch Grammatikregeln und Strukturen. Mir wahllos Sprüche und Wörter vorzusetzen hat wenig Wert. Und da klaffen halt dann doch die versch. Lerncharaktere auseinander.

TOEFL hat natürlich auch ein französisches Pendant: DALF. Das steht dann vlt nächstes Jahr an. Inchallah.

 

2.12.14 14:27


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